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| MOZART ZWISCHEN DONAU UND RIES (1766, 1777/78) |
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| Mozarts Aufenthalte in der schwäbischen Heimat seines Vaters galten zwar in erster Linie seiner „Vaterstadt“ Augsburg, doch auch ZWISCHEN DONAU UND NÖRDLINGER RIES hat er Spuren hinterlassen. |
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Größer
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| Die große Westeuropareise, die er 1763-1766 zusammen mit Vater Leopold, der Mutter und der Schwester „Nannerl“ unternahm, führte ihn auf der Rückreise nach Salzburg auch in die Donaustadt
DILLINGEN, seit den Zeiten der Reformation die Nebenresidenz der Augsburger Bischöfe, wo Leopold Mozart den kunstsinnigen Fürstbischof Joseph Ignaz Philipp zu Hessen-Darmstadt (1699-1768), der in Augsburg und Dillingen auch eine eigene Hofkapelle unterhielt, anzutreffen hoffte. |
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| Die Mozarts kamen am 4. November 1766 an und blieben zwei Tage. Sie wurden im Schloss zur Audienz empfangen; Wolfgang und Nannerl gaben ein Konzert, für das sich der Bischof mit je einem Ring bedankte. Wolfgangs Ring wird heute in den Sammlungen des Salzburger Mozarteums aufbewahrt. Am 6. November ging es weiter in Richtung Augsburg. |
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| Etwa auf halber Strecke machte man Station im Gräflich Fuggerischen Markt
BIBERBACH. In der dortigen Wallfahrtskirche fand ein Wettspiel auf der Orgel statt zwischen dem zehnjährigen Mozart und dem zwei Jahre älteren Joseph Sigmund Eugen Bachmann (1754-1825), der später als Pater Sixtus Bachmann als Organist, Musiklehrer und Komponist im Prämonstratenserkloster Obermarchtal wirkte. Vermutlich war es Christoph Moritz Bernhard Reichsgraf Fugger von Kirchberg und Weißenhorn, u.a. auch Herr zu Biberbach, der Mozart in Dillingen gehört hatte und nun neugierig war, zu erfahren, wie der musikbegabte Enkel seines Biberbacher Organisten neben dem Salzburger Wunderkind bestehen würde. Erstaunlicherweise war der Biberbacher Orgelwettstreit dem fleißigen Briefeschreiber Leopold Mozart keine einzige Zeile wert. Johann Friedrich Christmann veröffentlichte 1790 in der „Musikalischen Korrespondenz“ als erster eine Nachricht hierüber, in der es heißt: „Jeder that sein äusserstes, um dem andern den Vorzug streitig zu machen, und für beede fiel der angestellte Wettstreit sehr rühmlich aus.“ |
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| Auf seiner im September 1777 begonnenen Parisreise, die Wolfgang Amadé in Begleitung der Mutter unternahm, hielten sich beide von Augsburg kommend am 26. Oktober über Mittag in
DONAUWÖRTH auf und fuhren über
NÖRDLINGEN, wo sie nochmals kurz Station machten, weiter nach HOHENALTHEIM, dem Sommerschloss des
Fürsten Kraft Ernst zu Oettingen-Wallerstein (1748-1802), das sie gegen sieben Uhr abends erreichten. Fürst Kraft Ernst hatte Mozart noch vor seinem Regierungsantritt im Frühjahr 1770 in Neapel kennen gelernt und spontan eingeladen, ihn bei nächster Gelegenheit zu Hause im Ries zu besuchen. Folglich sah die vom Vater geplante Reiseroute, der die Parisreise von Salzburg aus in zahllosen Briefen begleitete, auch einen Abstecher dorthin vor. Mozart wurde vom Intendanten der Hofmusik, Ignaz von Beecke (1733-1803), den er schon 1766 in Paris kennen gelernt hatte, freundlich empfangen und eingeladen, mit ihm zu Abend zu speisen. |
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| Beecke eröffnete ihm, dass der Fürst, der über den Tod seiner jungen Gemahlin nicht hinwegkomme, die Hofkapelle suspendiert habe und dass es für Mozart keine Möglichkeit gäbe zu konzertieren. Eine tags darauf gewährte Audienz verlief enttäuschend: Der trauernde Fürst nahm seinen Gast kaum zur Kenntnis. Die Mozarts wären sofort abgereist, wenn nicht eine plötzliche Erkältung der Mutter eine weitere Übernachtung erzwungen hätte. Beecke lud Wolfgang Amadé in seine Wohnung ein. „Ich muste auf sein ersuchen sein clavicord versuchen, welches sehr gut ist. er sagte oft Bravo. ich Phantasirte und spiellte die sonata ex B und D [KV 281 und KV 284].“ Am 28. Oktober, morgens um halb sieben, verließen Mutter und Sohn Hohenaltheim in Richtung
NÖRDLINGEN, von wo aus sie nach Mannheim weiterfuhren. |
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| Auf der Heimreise von Paris – die Mutter war dort im Juli 1778 überraschend gestorben – lernte Mozart in Mannheim den Abt der Zisterzienser-Reichsabtei Kaisheim, Cölestin (II.) Angelsprugger (1726-1783), kennen, und da auch dieser eben im Begriff war, nach Hause zurückzukehren, beschlossen sie, gemeinsam zu reisen. Von Norden kommend durchquerte man das Ries, streifte WALLERSTEIN, NÖRDLINGEN und DONAUWÖRTH und traf am 13. Dezember 1778 in
KAISHEIM ein. Abt Cölestin, dafür bekannt, Musik und Kunst sehr zugetan zu sein und „obwohlen er ein Pfaff und Prälat ist, ein recht liebenswürdiger Mann“, lud Mozart ein, noch eine Weile sein Gast zu sein. Vater Leopold hatte seinem Sohn einen Abstecher nach Kaisheim schon im Jahr zuvor auf der Hinreise nach Paris empfohlen: „der H: ReichsPrelat in Kaysersheim würde dich für Musik auch gut beschenken dort habt ihr den Vortheil, der nicht klein ist, daß ihr für kost und trunck etc: nichts bezahlen därft, dann die WirthsConto reissen auch in den Beutl.“ Aus dem Plan wurde dann aber nichts, da der junge Mozart sich zu lange in Augsburg aufhielt und der Vater auf einer zügigen Weiterreise nach Oettingen-Wallerstein bestand. Bis Heiligabend 1778 war Mozart, der sich nach eigenem Bekunden „unter die claße seiner [Abt Cölestins] favoriten zählen“ durfte, im Kloster zu Gast, ehe er über Neuburg und München zurück nach Salzburg fuhr. |
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